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Critical Mass Basel, eine Rundfahrt mit dem Velo.

Das Velo, insbesondere dieses Fixed Gear-Zeuchs, hat in Basel bekanntlich einen enormen Zuwachs an Hipness erlebt in den vergangenen Monaten. Die Critical Mass, per Facebook gestartet von Anonymous, hat sich zum monatlichen Stelldichein der Felgenfärbler entwickelt. Kommenden Freitag, den 27. Mai 2011 findet wieder eine dieser Veranstaltungen statt. Damit wir an dieser Stelle nicht als Veranstalter dieses Anlasses auftreten, hier der Link zur Veranstaltung.
Alle hingehen!

Ich bin ja mal darauf gespannt wie sich die Critical Mass in unserer Stadt am Rhein weiterentwickeln wird. Nach dem ersten Anlass der Critical Mass 2.0 letzten September waren die Reaktionen der Öffentlichkeit wohlwollend, ja sogar begeistert.

Das kann sich aber ändern! Letzten Monat war’s dann soweit: Fabio Dragone-mässig ist ein Autofahrer – Offroader notabene – in die Menge gefahren. Leider war der Schreibende selber verhindert, liess sich aber berichten, dass das Verhalten der aggressiven Halbstarken im Velopulk zu einer Eskalation der Situation beigetragen habe. Es deucht mich, dass sich die Critical Mass in Basel zu einer Show der oben erwähnten entwickelt (Halbstarke und Amok-Autofahrer). Deswegen BIN ICH GESPANNT, wie es weitergeht. Ich sehe 3 Szenarien:

  1. Burn, Basel, Burn: Nachdem immer weniger Velobünzlis an die CM kommen, endet die CM als ein Jeder-darf-mal-einen-Rückspiegel-mit-nach-Hause-nehmen-Event. Die Folge davon ist, dass die Polizei das übriggebliebene Häuflein eines Tages einsackt und alle verzeigt. Danach wird es in Basel für die nächsten paar Jahre kein Critical Mass mehr geben. In Leipzig ist die Critical Mass nach einem erfolgreichen Start genauso geendet. Beim einem ersten Versuch in Basel war dies bereits nach der zweiten Veranstaltung der Fall (für die Geschichtsbücher: das war 2006).
  2. United we stand: Die aggressiven Halbstarken halten sich etwas zurück, durch die Hartnäckigkeit der Veranstaltung etabliert sich die Critical Mass über alle Altersgruppen hinweg zu einem Happening der Velo-Bewegten. Eine beliebige Anzeige der Polizei, um jemdanden der Organisation zu bezichtigen, verläuft im Nichts. Der regelmässige Auftritt von VelofahrerInnen in der grossen Masse macht darauf aufmerksam, dass in Basel nicht alles zum Besten steht in Sachen Langsamverkehr.
  3. Tahrir Square, Basel: Die Critical Mass erhält ein sich selbstverstärkendes Moment, findet wöchentlich statt und wird zum Dreh- und Angelpunkt der Bewegten in Basel. Nach einer besonders grossen Critical Mass lässt man sich auf dem Seibi aka Barfi nieder und eignet sich die Freiräume an mit einer Zeltstadt im Herzen der Stadt.

Okay, letztes Szenario ist bei einer Jugendarbeitslosigkeit von geringen 4,7% in Basel-Stadt etwas unrealistisch.

Wie also wird es weitergehen? Dieser Sommer wird es entscheiden. Unser Blog wird aktuell und direkt von der Front berichten.

PS: Zum Zwischenfall während des Critical Mass im April gibt es ein Video und einen Artikel. Ausserdem wurde der Autofahrer eruiert. Update folgt demnächst.

Elsbeth will diesen Freitag erstmals bei dem Clitical Ass mitfahren.

 

Fruchtbarkeitsgraben in Basel entdeckt!

Ostersamstage sind gute Tage. Man kann an sportlich-gesellschaftlichen Ausfahrten teilnehmen. Ein geniales Konzert der Newcomer-Band Otto Normal, gekoppelt mit einem Alleycat hat auch so faule Osterhasen wie mich aus dem Nest getrieben. Ein gutes Grüppchen, Altersdurchschnitt weit unter den Ü-25-Partys, hat sich dazu bei O&G eingefunden, um in der ganzen Region Scavenger Hunt-mässig Zutaten für ein österliches Nest einzusammeln. Nach dem ersten Bierpoint am Wettsteinplatz war das Rennen für mich auch schon gelaufen, ich geh doch nicht ins Grossbasel, pff. All dies ist aber völlig belanglos, viel wichtiger ist eine dabei gemachte Entdeckung: der scheiss Claragraben ist bis zur Sperrstrasse in der Gegenrichtung offen für Velos! Läck, endlich weniger Bussen, wenn man vom Claraplatz in Richtung Johanniterbrücke prescht. Jetzt fehlt noch: Hammerstrasse, Rheingasse, vorwärts marsch!

Otto Fruchtbarkeitsgraben
Otto freut sich über den geöffneten Claragraben!

The question of a hipster:

Hab soeben mit Vergnügen einen Beitrag auf fixedgearswitzerland.com gelesen. Die Kurzfassung geht so:

Der Autor (FGS) fragt sich wieso er nach Überholen eines MTB von diesem wieder eingeholt wird und es beim nächsten Halt zum Ampelsprint kommt. Dann folgen 9 Erklärungsversuche bzw Kommentare, wieso ein MTB in der Stadt gefälligst langsam zu fahren hat und wegen Minderwertigkeitskomplexen bei den sündhaft teuren Bikes.

Lieber FGS, die Antwort ist viel einfacher:

a) wer eingeholt wird, ist einfach zu langsam. Hart, aber wahr. Es gewinnt der Schnellere, nicht der stilvollere, billigere, best moustachierte…

b) Wenn der MTB Fahrer an der Ampel schneller aufsteigen möchte, als du, dann bist du abgestiegen. Da hast du bereits verloren. Macht aber nichts, ausser man hält es nicht aus, auf vermeintlich sicherem Terrain den Meister gezeigt zu bekommen…

c) Wenn dich jemand zu übertreffen versucht, heisst das nichts anderes, als dass er deinen Status schätzt und gerne auch so toll oder noch toller sein möchte. Also eigentlich ein Kompliment. Psychologisch recht einfach, aber eben; nicht immer der Beste/Hippste/Tollste zu sein ist eine wichtige Lektion im Leben und macht schliesslich stark für weitere Herausforderungen. Schade, wer weinen muss, wenn er verliert…